Inklusive Schule und Museum
Über zwei Jahre lang entwickelten Schüler*innen und Lehrer*innen von vier inklusiv arbeitenden Partnerschulen sowie Mitarbeiter*innen von Haus Bastian gemeinsam neue Vermittlungsansätze. In Auseinandersetzung mit Kunstwerken und künstlerischen Strategien erforschten sie die Stärken von Diversität und Heterogenität in Vermittlungs- und Lernprozessen. Zudem reflektierten sie im Verlauf, wie die Zusammenarbeit von inklusiven Schulen und Museen gestaltet werden und als Kollaboration nachhaltig wirken kann. Die Zusammenarbeit fand in Form von fortlaufenden Projekttagen und -wochen statt, die im Haus Bastian verortet waren und von dort in die Sammlungen auf der Museumsinsel führten. Während der Corona-Pandemie wurden die Veranstaltungen als digitale Formate und in den Partnerschulen durchgeführt. Im Rahmen der Projektarbeit waren Vermittlungstandems von Menschen mit und ohne Behinderung im Einsatz. Die erarbeiteten Themen und Methoden sowie Empfehlungen für inklusive Bildungsprozesse wurden in einer Methodenbox zusammengefasst.
Projekttage für Schüler*innen
In intensiver Zusammenarbeit mit Schüler*innen und Lehrer*innen wurden prototypische Veranstaltungsformate, z. B. Projekttage und -wochen, entwickelt, erprobt und evaluiert. In dem Format „It‘s a Match!?“ wurden gesellschaftspolitische Themen identifiziert, die Anknüpfungspunkte sowohl in den Sammlungen der Museen als auch in den Lebenswelten der Teilnehmen*innen boten. Der Projekttag „Kann Spuren von Rechts(populismus) enthalten. Zwischen modernen Mythen und radikalen Vereinnahmungen“ stellte die Sonderausstellung „Germanen. Eine archäologische Bestandsaufnahme“ in einen aktuellen gesellschaftspolitischen Kontext. „Sklaverei in der Antike. Annäherungen an damals, Auswirkungen auf heute“ nahm das Thema Menschenrechte in historischen und aktuellen Kontexten in den Blick. Die Projekt-AG „Kolonialismus – Körper, Kunst und Kultur“ ermöglichte ausgehend von Museumsobjekten eine Auseinandersetzung mit der Geschichte des Kolonialismus und seinen Auswirkungen auf die Gegenwart.
Projektwochen für Schüler*innen
In insgesamt zehn Projektwochen mit 50 Projekttagen brachten sich über 300 Schüler*innen unterschiedlicher Schulformen und Altersstufen in die Entwicklung der „Digitalen Wunderbox“ ein. Tandems aus Kunstvermittler*innen und Medienkünstler*innen begleiteten die Schüler*innen zu Recherchen in die Sammlungen der Museumsinsel. Gemeinsam erprobten die Akteur*innen die Potenziale verschiedener analoger und digitaler Medien bei der Rezeption von kunst- und kulturwissenschaftlichen Objekten. Sie experimentierten mit Tablets, Kameras und Aufnahmegeräten. In einem zweiten Schritt nutzten sie verschiedene Medien, um in kreativ-künstlerischer Form Stellung zum Erlebten zu nehmen. Es entstanden z.B. digitale Trickfilme und Collagen, die durch Projektion und Überlagerung raumgreifende Wirkung entfalteten.
Eine Vermittlung zwischen den alltäglichen digitalen Rezeptions- und Produktionsgewohnheiten der Schüler*innen sowie künstlerischen Gestaltungsmöglichkeiten prägte die Projektarbeit. Die „Fremdheit“ des Ortes Museum und die Eigentümlichkeit einer „Digitalen Wunderbox“ sollten genutzt werden, um jenseits gewohnter Pfade neue Kompetenzen in der Medienanwendung aufzubauen sowie die Ausdruckspotenziale der Teilnehmer*innen zu erweitern.
Im Austausch zwischen Schüler*innen und Medienexpert*innen von BADABOOM BERLIN und exponat.berlin entstand ein Prototyp der „Digitalen Wunderbox“, der kritisch getestet und feinkonzeptioniert wurde. Die finale „Digitale Wunderbox“ wird nun im Rahmen von Ferienangeboten für Kinder und Jugendliche, Projekttagen für Schüler*innen sowie Workshops für Erwachsene genutzt.
